Gemeinderverwaltung diffamiert Initianten und setzt auf Wahrheitsschiene in der Stellungnahme vom 10.01.19

In der Stellungnahme mahnt die Gemeindeverwaltung zur Wahrheit. Es wird behauptet, das Infoschreiben zum Referendum enthalte „Ungereimtheiten“, die mittels einer Stellungnahme „an dieser Stelle“ zu berichtigen seien. Die Stellungnahme kann im Worlaut hier runtergeladen werden.

Schade, dass die Gemeindeverwaltung mangels Feingefühls für die Anliegen der Bürger die sachliche Ebene verlässt!

  1. An erster Stelle wird unter den „Ungereimtheiten“ aufgeführt, dass ich mich an den hohen Kosten von 6.7mio +/-10% störe, während im letzten Satz bestätigt wird, „dass die Kosten nicht zu unterschätzen und daher auf drei Jahresbudgets der Gemeinde verteilt werden.“ Die Gemeinde findet CHF 6.7 mio einen bescheidenen Betrag. Das kann man machen, denn unsere Gemeinden schwimmen im Geld. Was ist aber jetzt genau daran ungereimt, wenn jemand eine Investition als „viel zu hoch“ einschätzt?
  2. Mein Verständnis von Multifunktionalität im Zusammenhang mit dem vorliegenden Projekt bedeutet, mehrere verschiedene Möglichkeiten pro Raumeinheit und nicht, gleichzeitig möglichst viele fixe Stationen in den bestehenden Raum einzupacken. Bspw. man benutzt ein Feld für verschiedene Sportarten und nicht, man baut hundert Stationen in die Blumenau mit ein. Am falschen Platz bedeutet zum Beispiel, man lässt die Bocciabahn, wo sie ist, nämlich an alter Stelle oder man integriert den Pumtrack ins Heilos, wo es schon ein sensationelles Gelände hat. Das gäbe ein Pumtrack, den noch niemand je gesehen hat (=innovativ). Ein weiteres Beispiel für eine verfehlte Standortpolitik ist der Kiosk. Jetzt muss schon wieder ein neuer Kiosk an einem neuen Ort her, obwohl dieser an alter Stelle den Zweck genauso erfüllt und jeder weiss, dass dieser niemals rentieren wird.
  3. Thema Schnellschuss: Die Gemeinde sagt, dass das Projekt mehr als zwei Jahre erarbeitet wurde. Aus der Sicht eines Bürgers und Anwohners wurde das vorliegende Projekt am 05.12.18 der Öffentlichkeit vorgestellt und am 11.12.18 hat der Gemeinderat entschieden. Zudem ist die Definition eines „Projektes“, so es wie die Gemeindeverwaltung sieht, fraglich. Vielmehr stellt sich mir das „Projekt“ vielmehr als Entwurf dar. Begründung: Keine Bedarfsanalyse, kein Verkehrskonzept, kein Lärmkonzept, keine Koordination mit der Raumplanungskommission. Das meine ich mit dem Begriff „unausgereift“.
  4. Noch vor den Wahlen? Was ist daran eine Ungereimtheit? Das ist einfach eine Tatsachenfeststellung. Oder sind die Wahlen schon vorbei?
  5. Dass ein Verkehrskonzept nötig ist, sieht man daran, wie viele Benutzer jetzt schon mit dem Auto auf die Blumenau kommen. Um das zu verstehen, reicht ein kleiner Abendspaziergang während der Saison zur Blumenau. Ausserdem sollte der entstehende (Mehr-) Verkehr in einem Kontext mit dem neuen Einkaufszentrum gesehen werden.
  6. Nähe zum Wohngebiet. Die Gemeinde Triesen hat leider im Verhältnis zu den anderen Gemeinden nur einen schmalen Streifen zwischen dem Rheindamm und der Talsohle zur Verfügung. Auch der Abstand zum Wohngebiet ist meines Wissens am Kleinsten im Vergleich zu allen anderen Gemeinden. Deshalb fühle ich mich als Anwohner mit direktem Sichtkontakt und 70m Abstand ein klein wenig betroffen.
  7. Verlorenes Kultur- und Ackerland: Dass wir mit unseren Böden sorgsam umgehen müssen, das sagt man nur uns Bürgern, während die Gemeinde sich selber nicht daran hält. Die Gemeinde nennt meinen geschätzten Wert „utopisch“, während die Swarovski damals vor ca. 20 Jahren mindestens CHF 1900 pro Klafter für das Fussballfeld im Südwesten bezahlt hat. Demzufolge liege ich nach 20 Jahren mit CHF 2158 pro Klafter (6’000’000/(10000/3.596652)) nicht ganz so weit daneben.
  8. Schliesslich wird erwähnt, dass das Projekt mir in verschiedenen Gesprächen „ausführlich und transparent“ erklärt wurde. Das stimmt. Jürgen Nägele hat mir bereitwillig alle Fragen beantwortet. Allerdings erst nachdem das Projekt am 05.12.18 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Unter Einbindung der Bevölkerung und der Anwohner verstehe ich was völlig anderes!

Soviel zum Thema „Ungereimtheiten“ und „Wahrheit“.

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